Digitale Kartographie, 3D-Stadtmodelle, Vermessung mit Drohnen und Satelliten, Geodatenmanagement, GIS-Analysen – die Geomatik ist eine dynamische, hochmoderne Branche an der Schnittstelle von Geographie, Ingenieurwesen und Informatik. Geomatiker kombinieren klassische Vermessungstechnik, räumliches Denken und moderne Softwaretools zu innovativen Lösungen für Stadtplanung, Infrastrukturentwicklung, Umweltschutz und Klimaanpassung.
Wenn du technisch versiert bist, räumlich denken kannst, mit Computern gerne arbeitest und echtes Interesse an geografischen Daten und ihren realen Anwendungen hast, könnte diese Ausbildung deine perfekte Zukunft sein. Und die Job-Aussichten sind hervorragend.
Was macht ein Geomatiker?
Geomatiker sind die Vermesser und Kartographen der Digitalgenerationen:
- Vermessung und Datenerfassung: Mit GPS, Totalstation und neuerdings Drohnen erfassen Geomatiker Daten von Grundstücken, Gebäuden und Landschaften
- GIS-Systeme: Du arbeitest mit ArcGIS, QGIS und anderen Geographischen Informationssystemen zur Datenauswertung und Kartenerstellung
- 3D-Modellierung: Du erstellst digitale 3D-Modelle von Städten, Infrastrukturen und Gelände
- Vermessungspläne erstellen: Amtliche Kartenwerke, Stadtpläne, Katasterkarten werden von Geomatiker produziert
- Drohnen und Luftbildfotogrammetrie: Moderne Vermessung nutzt unbemannte Luftfahrzeuge und Luftbildinterpretation
- Datenmanagement: Du organisierst, validierst und archivierst massive Geodatenbestände
- Fachanwendungen: Spezialrollen in Stadtplanung, Umweltschutz oder Infrastrukturverwaltung
Ein typischer Arbeitstag
Dein Arbeitstag als Geomatiker könnte vielfältig und spannend aussehen, je nachdem, wo du arbeitest und welches Projekt ansteht. Ein häufiges Szenario in einer großstädtischen Vermessungsfirma:
Am Morgen sitzt du mit deinem Computer-Arbeitsplatz im Büro, mit zwei oder drei großen Monitoren – Standard für GIS-Arbeiten. Du öffnest ArcGIS, dein primäres Werkzeug. Das Projekt für heute: Du prozessierst Rohdaten von einer gestrigen Drohnenvermessung eines Neubaugeländes, validierst automatisch die Datengenauigkeit und erstellest erste Kartenskizzen für den Kunden. Die Drohne hat 500 hochauflösende Bilder aufgenommen – diese müssen georeferenziert (mit echten Koordinaten verknüpft) und zu einem orthofoto (verzerrungsfreiem Luftbild) zusammengesetzt werden. Das ist teilweise automatisiert, erfordert aber deine Qualitätskontrolle und Attention to Detail.
Mittags fährst du mit einem mobilen GPS-RTK-Gerät (Real Time Kinematic – hochgenau) auf ein Bauprojekt raus. Hier musst du den aktuellen Ist-Zustand verschiedener Grundstücksgrenzen aufmessen und mit Sollwerten aus Bauplänen vergleichen. Mit einer Totalstation (ein präzises optisches Vermessungsgerät auf Stativ) peilst du reflektierende Prisma-Marker an und erfasst dreidimensionale Koordinaten. Die Sonne scheint, deine Kollege hilft mit dem Prisma und dem Messband, du konzentrierst dich vollständig auf höchste Genauigkeit. Selbst Zentimeter-Abweichungen sind in diesem baulichen Kontext kritisch und können zu Verzögerungen führen.
Nachmittags zurück im Büro: Du importierst die Messdaten direkt in dein GIS-System, vergleichst sie mit historischen Daten und erstellt detaillierte Abweichungsberichte. Ein Grundstück hat sich überraschend um 3 cm nach Südwesten bewegt – eine Rutschung? Oder Messungenauigkeit? Du erstellst Visualisierungen, 3D-Diagramme und Charts für deinen Bericht und informierst den Projektmanager.
Die Arbeit mischt Feldtätigkeit (körperlich, draußen, wechselhaft) mit konzentrierter Büroarbeit (hochspezialiert, kreativ, analytisch), klassische Vermessungstechnik mit moderner IT und Automatisierung. Monoton wird es nie.
Voraussetzungen
Für die Ausbildung zur Geomatiker sind diese Voraussetzungen wichtig und teilweise essentiell:
- Mittlere Reife oder Abitur: Die meisten Betriebe setzen einen soliden Realschulabschluss als Minimum voraus. Mit Abitur oder sehr guten Noten hast du deutlich bessere Chancen. Mathe- und Physik-Noten sind aussagekräftig
- Mathematik und Physik: Du solltest grundsätzliche Fähigkeiten in Geometrie, Trigonometrie, Vektorrechnung und räumlichem Denken haben. Das ist nicht optional – ohne Mathe-Grundlagen wird's schwierig
- IT-Kompetenz und Affinität: Du musst keine Programmierung können, aber echte Affinität zu Computern, Software, Datenbanken und digitalen Tools ist wichtig. Solltest du mit Computern frustiert sein, überleg es dir
- Räumliches Denken: Zeichnungen schnell lesen, 3D-Modelle mental rotieren, Karten interpretieren sollten dir leicht fallen
- Geduld und Genauigkeit: Vermessung verlangt akribische Sorgfalt – Fehler von Zentimetern haben Konsequenzen in der Baubranche
- Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit: Feldmessungen sind zeitgebunden und hängen von Team-Koordination ab
- Echtes Interesse an Geographie und Geo-Technologie: Ohne genuines Interesse wird's schnell langweilig. Wenn dich Karten, GIS, Städteplanung oder Geo-Daten begeistern, bist du hier richtig
Ablauf der Ausbildung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual: Du arbeitest praktisch im Betrieb (Vermessungsbüro, Landesvermessungsamt, Stadtplanungsamt etc.) und besuchst parallel die Berufsschule (meist 1–2 Tage pro Woche oder wöchentliche Blöcke). Der Mix aus Feldpraxis und Theorie ist optimal für diesen Beruf.
1. Ausbildungsjahr: Grundlagen & Feldkompetenz
Fokus auf Grundlagen der Vermessung und erste GIS-Schritte:
- Klassische Vermessungstechniken: Messbänder, Theodolite, Totalstationen – diese "alten" Techniken sind die Basis, worauf alle moderne Geo-Tech aufbaut. Du lernst, eine Totalstation zu bedienen, Prismen zu setzen und akkurat Winkel/Distanzen zu messen
- GPS und GNSS-Systeme: Genauigkeiten (cm bis mm), Fehlerquellen, Differentielle GPS (RTK, Real Time Kinematic), Ephemeridendaten – die Theorie hinter modernen Vermessungssystemen
- Rechtliche Grundlagen: Grundbuchwesen, Katasterwesen, vermessungsrechtliche Regularien (sehr wichtig!), Eigentumsschutz, amtliche Vermessungen und deren Verbindlichkeit
- GIS-Einführung: Erste Schritte mit ArcGIS oder QGIS, Verständnis für Datenmodelle (Vektor vs. Raster), Koordinatensysteme (UTM, Gauß-Krüger), Layer-Konzepte, Attribute
- Mathematik und Trigonometrie: Vermessungsrechnung, Transformation von Koordinaten, Flächen- und Volumenberechnungen, Winkelberechnungen
- Berufsschule: 1–2 Tage/Woche oder Blockwochen mit praktischen und theoretischen Tests
- Feldexkursionen und praktische Messungen: Du fährst selbst raus, lernst Geräte zu bedienen, erste kleine Vermessungsprojekte unter Anleitung
- Ergebnis am Ende: Du kannst eine einfache Grundstücksvermessung durchführen, Daten in ArcGIS importieren und eine erste Karte erstellen
2. Ausbildungsjahr: Spezialisierung & Luftbildtechnik
GIS-Spezialisierung und moderne Luftbildtechnik:
- Fortgeschrittenes GIS: Komplexe räumliche Datenoperationen, Geoprozessierung, räumliche Analysen (Buffer, Overlay, Spatial Join-Operationen), Network Analysis, Rasteralgebra
- Luftbildfotogrammetrie und 3D-Modellierung: Du lernst, wie aus hunderten Drohnen-Bildern ein 3D-Modell entsteht. Photogrammetrie-Software wie Agisoft Metashape oder Pix4D werden praktisch angewendet. Du verstehst Überflugplanung, GCP-Setzung (Ground Control Points) und Orthophoto-Erzeugung
- Drohnen-Praxiseinsätze: In modernen Betrieben fährst du auf Baustellen mit, lernst Drohnen-Bedienung, Flugplanung und rechtliche Anforderungen (FlugbetreibV)
- Drohnenpilotenschein (optional aber sehr empfohlen): Viele Azubis erwerben parallel die Lizenz für kommerzielle Drohnenflüge (kostet etwa 1.000–2.000 EUR, Lernaufwand ist überschaubar). Mit Lizenz steigst du schneller auf und verdienst mehr
- Geodaten-Management: Große Datensätze verwalten, in relationalen Datenbanken strukturieren (PostGIS für PostgreSQL), ETL-Prozesse, Datenqualitätskontrolle
- Kartographische Gestaltung: Schöne, funktionale, intuitive Karten und Visualisierungen entwerfen. Du lernst, Karten für unterschiedliche Zielgruppen zu optimieren (technisch vs. öffentlich)
- Berufsschule: Vertiefung der Mathematik (Matrizenrechnung für Transformationen), Datenbanktheorie, Kartographie-Normen
- Ergebnis am Ende: Du kannst komplexe GIS-Analysen durchführen, ein Drohnen-Orthophoto prozessieren und eine professionelle Geodaten-Datenbank aufbauen
3. Ausbildungsjahr: Spezialisierung & Prüfungsvorbereitung
Spezialthemen, Vertiefung und Prüfungsvorbereitung:
- Spezialgebiete nach Betriebsschwerpunkt: Je nach Betrieb und Interessenslage wählst du Vertiefungsrichtungen:
- Infrastruktur & Bau: Hochgenaue Bauaufnahmen, As-Built-Dokumentation, Straßen- und Kanalbau-Datenmodelle
- Umweltmonitoring & Klimawandel: Vegetationsindizes aus Satellitenbildern, Landnutzungsklassifizierung, Hochwasser-Risikomodelle
- Kataster & Grundbuch: Grenzfeststellungen, Flurstücksverwaltung, Flächenberechnungen
- Stadtplanung & BIM: 3D-Stadtmodelle, Building Information Modeling, Urban Planning Datenmodelle
- Eigenständige Projektarbeit: Ab dem 3. Lehrjahr leitest du komplette Vermessungsprojekte von Planung bis Ablieferung selbstständig unter Anleitung – das ist deine "echte" Praxiserfahrung
- Praktische Prüfung: Eine Feldmessung unter Examensbedingungen (mehrere Stunden), bei der du unter Aufsicht selbstständig vermessen und dokumentieren musst. Zeigt, ob du wirklich ready bist
- GIS-Projektarbeit für Prüfung: Ein eigenständiges GIS-Projekt mit vollständiger Dokumentation – z.B. eine räumliche Analyse für eine Stadtgemeinde oder ein 3D-Modell für ein Bauprojekt
- Theoretische Klausuren: Abschlussprüfung mit Klausuren in Vermessungskunde, GIS-Anwendungen, Rechtskunde und Mathematik
- Vertiefungen: Advanced 3D-Modellierung mit Blender oder Esri CityEngine, Web-GIS und Cloud-Services (ArcGIS Online, QGIS Server), Spezial-GIS-Anwendungen, optional Python-Scripting für GIS-Automatisierung
- Mentoring & Vorbereitung: Du wirst intensiv auf Prüfungen vorbereitet, erfahrene Kollegen helfen dir mit Tipps
- Ergebnis am Ende: Du bist eine/ein vollausgebildeter Geomatiker, bereit für eigenständige Arbeit im Beruf
Gehalt während und nach der Ausbildung
Geomatiker verdienen – gemessen an der technischen Natur des Berufes – anständig:
Ausbildungsvergütung (3 Jahre):
- 1. Jahr: 550–750 EUR/Monat
- 2. Jahr: 700–850 EUR/Monat
- 3. Jahr: 850–1.000 EUR/Monat
(In Landesvermessungsbehörden tendenziell am oberen Ende)
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung:
- Durchschnittlich 2.000–2.400 EUR/Monat (brutto) bundesweit
- In öffentlichen Vermessungsbehörden oft tarifgebunden: 2.200–2.600 EUR (sehr sicher)
- Private Vermessungsbüros und Ingenieurbüros: 1.800–2.200 EUR
- Tech-fokussierte Firmen (3D-Modellierung, Drohnen): 2.100–2.500 EUR
Gehalt mit Erfahrung (5+ Jahre):
- 2.300–2.800 EUR/Monat als erfahrene Geomatiker mit stabiler Position
- Spezialisten mit 3D-Modellierung/Drohnen-Expertise: 2.600–3.200 EUR+
- Meister und Projektleiter: 2.800–3.500 EUR+
- Bachelor-Absolventen (mit Studium): 2.500–3.200 EUR+ je nach Branche
Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten:
- Drohnen-Piloten-Zertifikat: 15–25% höhere Stundenhonorar für spezielle Projekte
- Freelance-GIS-Projekte: Neben-Einkommen möglich für spezialisierte Aufgaben
- Lehraufträge an Schulen/Hochschulen: Beliebt bei erfahrenen Geomatiker
Regionale Unterschiede:
- Ballungräume zahlen 15–25% höher
- Öffentliche Behörden (Landesvermessungsämter) zahlen konsistent höher und sicherer
- Bayern und Baden-Württemberg: 10–15% über dem Durchschnitt
Gehalt nach Bundesland (Einstiegsgehalt):
- Bayern: 2.200–2.600 EUR (stärkster Markt für Geomatik, viele Tech-Hubs)
- Baden-Württemberg: 2.150–2.550 EUR (Stuttgart, Karlsruhe strong für Vermessung)
- Nordrhein-Westfalen: 2.000–2.350 EUR (großer Markt, viele Büros, aber auch mehr Konkurrenz)
- Hessen: 2.050–2.400 EUR (Frankfurt-Rhein-Main-Gebiet mit höheren Lebenshaltungskosten)
- Berlin: 1.900–2.200 EUR (digitale Startup-Szene, aber tendenziell niedrigere Gehälter als Bayern)
- Schleswig-Holstein / Norddeutschland: 1.800–2.100 EUR (kleinerer Markt, weniger spezialisierte Betriebe)
- Öffentliche Landesvermessungsämter bundesweit: 2.200–2.800 EUR (tarifgebunden, Gehaltsstabilität über Privatsektor)
Gehalt mit Erfahrung (5+ Jahre) – detaillierter:
- Geomatiker mit Feldspezialität (Drohnen, hochpräzise Vermessung): 2.400–2.900 EUR
- Geomatiker mit GIS-Spezialisierung (ArcGIS Expert, Python-Scripting, Geodatenmanagement): 2.500–3.100 EUR
- 3D-Modellierungs-Spezialist (BIM, Stadtmodelle, Photogrammetrie): 2.600–3.300 EUR
- Projektleiter / Gruppenleiter (mit 7–10 Jahren Erfahrung): 2.900–3.600 EUR
- Senior Geomatiker in Großbüro / Behörde: 3.000–3.800 EUR
- Selbstständiger mit etabliertem Büro: 3.500–5.000 EUR+ (sehr variabel, abhängig von Auslastung)
Lohn-Beispiele in der Praxis: Ein erfahrener Geomatiker mit Drohnen-Spezialisierung in München verdient oft 2.700–3.200 EUR, während die gleiche Person in einem kleinen Büro in Mecklenburg-Vorpommern möglicherweise 2.200–2.600 EUR macht. Tech-Firmen und Startups, die GIS-Dienstleistungen anbieten (z.B. in Berlin, Köln), zahlen teils 2.400–2.800 EUR für Junior-Geomatiker, aber die Stabilität ist geringer als in etablierten Vermessungsbüros oder Behörden.
Karrierechancen & Weiterbildung
Vermessungstechniker / Meister (2 Jahre): Führt zu leitenden Rollen, Projektmanagement und der Möglichkeit, ein eigenes Vermessungsbüro zu gründen. Verdienste steigen deutlich auf 2.800–3.500 EUR+.
Spezialisierungen & Weiterbildungen:
- Drohnenpilot für kommerzielle Vermessungen (separate Lizenzierung möglich)
- Spezialisten für 3D-Modellierung, BIM und Urban Planning
- Geo-Datenmanagement und -Infrastruktur für nationale/europäische Großprojekte
- Fernerkundung und Satellitenbildauswertung für Klimamonitoring
- Web-GIS und Cloud-Geospatial-Services (wachsendes Feld)
Bachelor-Studium: Mit Realschulabschluss + Meister, oder direkt mit Abitur: Studium in Geoinformatik, Geodäsie, Vermessungswesen oder Kartographie. Diese Wege führen zu leitenden Positionen in Behörden und großen Büros. Einkommen nach Studium: 2.500–3.200 EUR+ als Absolvent.
Vorteile und Herausforderungen
Vorteile:
- Zukunftssicherer Beruf: Geomatik wird in ALLEN modernen Branchen gebraucht – Stadtplanung, Infrastruktur, Versicherungen, Klimawandel-Anpassung, Smart Cities
- Abwechslungsreiche Mischung: 50:50 Mix aus Feldarbeit (draußen, wechselnd) und Büroarbeit (kreativ, analytisch)
- Technologie-Fokus: Du lernst ständig neue Tools, Softwareversionen und Methoden – das hält dich mental engagiert
- Gute und stabile Verdienste: 2.000–2.400 EUR Einstieg ist solide; öffentliche Behörden bieten Tarifschutz und Pensionen
- Viele Karrierewege: Spezialisierungen, Meister, Studium, Selbstständigkeit – dir stehen viele Türen offen
- Sinnvolle Arbeit: Du trägst zu Infrastruktur, Klimawandel-Anpassung und Smart-City-Entwicklung bei
Herausforderungen:
- Mathematik und Physik essentiell: Das schreckt viele ab. Wenn du Mathe hasst, wird dies schwer
- Feldarbeit körperlich: Langes Stehen, schwere Geräte tragen (Totalstation, GPS-Antenne), bei Schlechtwetter draußen
- Wetterbedingungen: Feldmessungen können bei Schnee, extremem Wind oder Regen nicht stattfinden – Planung muss flexibel sein
- Kontinuierliche Weiterbildung nötig: Software-Updates (ArcGIS neue Versionen), neue Technologien (Drohnen, KI-basierte Datenprocessing) erfordern Engagement
- Initiale Lernkurve steil: Die ersten Monate mit GIS und klassischen Vermessungstechniken sind intensive Lernphase
Zukunftsaussichten
Die Geomatik hat eine sehr positive Zukunft:
- Digitalisierung booming: Smart Cities, BIM (Building Information Modeling), 3D-Stadtmodelle sind explodierend
- Klimawandel-Monitoring: Geomatiker helfen mit Daten, Klima-Impacts zu verstehen und zu planen
- Drohnen-Revolution: Unbemannte Systeme schaffen neue Märkte für Vermessung
- Automatisierung und KI: Datenprocessing wird automatisiert, aber spezialisierte Geomatiker werden mehr, nicht weniger gebraucht
Die Zukunft ist sehr rosig für tech-savvy Geomatiker.
Häufige Fragen (FAQs)
F: Brauche ich Abitur? A: Nein, Realschulabschluss reicht. Abitur ist ein Plus, aber nicht erforderlich.
F: Kann ich später noch studieren? A: Ja, absolut! Mit Meisterbrief oder FH-Reife kannst du Geoinformatik, Vermessungswesen, Kartographie oder Geodäsie studieren. Mit Abitur direkt möglich. Viele Geomatiker machen später ein Studium und steigen in Leitungspositionen auf.
F: Wie viel Zeit im Feld vs. Büro? A: Typisch 40–60% Feld und 40–60% Büro, abhängig von Projekt und Jahreszeit. Im Sommer mehr Feldarbeit (Bauprojekte), im Winter mehr GIS-Arbeit. Mit Erfahrung kannst du oft deine Quote selbst beeinflussen.
F: Sind Drohnen-Lizenzen enthalten? A: Nicht standardmäßig in der Ausbildung (das ist separate Lizenzierung). Aber: Viele progressive Betriebe unterstützen die (kostenpflichtige) Lizenzausbildung danach oder während der Ausbildung. Mit Drohnen-Lizenz steigst du schneller auf und verdienst mehr.
F: Kann ich mich selbstständig machen? A: Mit Meisterbrief und Geschäftssinn: Ja! Kleine spezialisierte Vermessungs- oder Geoinformatik-Büros sind durchaus machbar. Startup-Potenzial mit GIS-Tools und Drohnen-Services ist real.
F: Ist der Beruf wirklich sicher? A: Sehr, sehr sicher. Geo-Daten sind überall gebraucht – in Stadtplanung, Infrastruktur, Kataster, Versicherungen, Klimawandel-Forschung. Fachkräfte-Mangel ist aktuell eher ein Vorteil für dich.
F: Was ist der Unterschied zwischen Geomatiker, Vermessungstechniker und Geodät? A: Gute Frage! Geomatiker ist die duale 3-Jahres-Ausbildung – praktisch, Feldarbeit + Büro, direkter Einstieg nach der Schule. Vermessungstechniker ist die Weiterbildung nach Geomatiker (weitere 2 Jahre) – führt zu Leiter-Positionen. Geodät ist der Akademiker-Weg: 4–5 Jahre Bachelor/Master an der Uni – deutlich theoretischer, meist weniger Feldarbeit, aber höhere Einkommen in leitenden Rollen. Vermessungstechniker verdienen oft mehr als Geodät, weil sie praktisches Know-how mitbringen!
F: Wie sieht es mit Work-Life-Balance aus? A: Besser als in vielen Tech-Berufen! Feldmessungen sind zeitlich planbar, du hast meist normale Arbeitszeiten (8–17 Uhr). Notfalleinsätze sind selten. Allerdings: Im Sommer mehr Feldarbeit (Bauprojekte boomen), im Winter weniger – deine Stunden variieren saisonal. Remote-Arbeit ist schwierig (du musst raus auf die Baustelle), aber viele Betriebe sind flächennah, keine langen Pendelzeiten. Gut zu wissen: Landesvermessungsbehörden sind oft tarifgebunden und haben solidere Arbeitszeiten als private Büros.
F: Was sind die Top-Fehler von Azubis in der Geomatik-Ausbildung? A: Häufige Fallstricke: (1) Mathe unterschätzen – viele denken "Ach, ist ja praktisch", unterschätzen aber die Mathematik und stranden in der Berufsschule. Mathe ist nicht optional. (2) GIS-Software zu früh aufgeben – ArcGIS hat eine steile Lernkurve, aber wer dranbleibt, wird Spezialist mit besserem Gehalt. (3) Feldarbeit als langweilig sehen – es ist NICHT langweilig, wenn du verstehst, wofür die Messung wichtig ist. (4) Keine Zusatzqualifikationen – Drohnen-Lizenz, Python-Grundlagen oder GIS-Zertifikate machen dich attraktiver und teurer. (5) Passiv bleiben – Betriebe schätzen Azubis, die Interesse zeigen und eigenständig Projekte übernehmen. Nicht nur Anweisungen befolgen, sondern mitdenken!
Fazit
Die Ausbildung zur Geomatiker ist ideal für dich, wenn du technisch versiert, räumlich denkend und interessiert an Geographie, Daten und Technologie bist. Du arbeitest mit zukunftsweisenden Technologien, bewältigst abwechslungsreiche Aufgaben (Feld + Büro), und hast ausgezeichnete Jobsicherheit und Verdienstaussichten.
Die Zukunftsaussichten sind sehr positiv: Digitalisierung von Stadtplanung, Smart-City-Entwicklung, Klimawandel-Monitoring und BIM-Prozesse brauchen massiv mehr spezialisierte Geomatiker. Mit Spezialisierung in Drohnen, 3D-Modellierung oder speziellen Anwendungsgebieten öffnen sich attraktive Karrierewege und höhere Einkommen.
Es ist ein Beruf mit Zukunft – nicht nur sicher, sondern auch interessant und mit viel Raum für Innovation.
Dein nächster Schritt? Schnuppere in einem Vermessungsbüro oder bei der Landesvermessungsbehörde. Schau dir an, wie mit ArcGIS und anderen GIS-Tools gearbeitet wird, und erlebe eine echte Feldmessung mit. So merkst du schnell und praktisch, ob die Mischung aus Tech, Geographie und räumlichem Denken wirklich zu dir passt. Viel Erfolg!